Westfalenligist SV Hohenlimburg 10 muss sich trotz Überzahl gegen DJK TuS Hordel mit 1:2 geschlagen geben. So lief die Partie.

Als Schiedsrichter Nick Schitzik die Partie beendete, klatsche Michael Erzen seinen Co-Trainer ab, vergrub im Anschluss die Hände tief in seinen Jackentaschen und wandte sich mit gesenktem Kopf der Ersatzbank zu.

Das Spiel hatte den Trainer der Westfalenliga-Fußballer des SV Hohenlimburg 10 zum Nachdenken gebracht. Mit 1:2 (0:1) unterlag seine Mannschaft gegen den DJK TuS Hordel – und scheiterte dabei einmal mehr an den eigenen Torabschlüssen.

SV Hohenlimburg 10 startet zu passiv in die Partie

Die Gastgeber aus Hohenlimburg starteten zu passiv in die Partie und ließen den Gästen aus Hordel genügend Raum, um ihr Spiel zu entfalten. Das wusste das Team von Spielertrainer Patrick Polk dann auch zu nutzen: Nach einem eigenen Einwurf verloren die Zehner den Ball, Hordels Adolf Otibo stand in der Mitte genau richtig und verwandelte zur 1:0-Führung für die Gäste.

„Nach dem Gegentor haben wir dann endlich mehr Druck nach vorne gemacht und uns entschieden draufzugehen“, sah Erzen, wie seine Mannschaft immer offensiver wurde: „Da haben wir dann richtig guten Fußball gespielt.“ Doch das das Problem der Hohenlimburger in dieser Saison wurde wieder offenbart: Trotz guter Torchancen erzielten sie den Ausgleich nicht. Mit einem knappen Rückstand ging es in die Pause.

Raffaele Federico gibt sein Debüt in der Startelf

Im zweiten Durchgang ging es ähnlich weiter. Vincenzo Porrello schoss von knapp außerhalb des Sechszehners aus halbrechter Position über das Tor (55.) und auch Raffaele Federico, der sein Debüt in der Startelf der Zehner gab, scheiterte aus kurzer Distanz an Hordels Schlussmann Hendrik Zimmermann. Auf der Gegenseite wussten die Gäste ihre Chancen besser zu nutzen. Nach einem Foul von Joel Schikora an den TuS-Spieler Lukas Opiola brachte Murat Yildrim den Freistoß auf den zweiten Pfosten der Hohenlimburger. Dort setzte sich Patrick Polk gegen Samet Davulcu durch und schob aus kurzer Distanz zur 2:0-Führung ein (65.).

Kurz darauf überschlugen sich die Ereignisse. Hohenlimburgs Mittelfeldakteur Jan-Niklas Jacoby foulte den herauseilenden Hordel-Keeper. Das brachte TuS-Spieler David Schürmann dazu, Jacoby umzuschubsen. Schiedsrichter Schitzik zeigte ihm daraufhin die Rote Karte (70.) – Überzahl für Hohenlimburg. Und die wussten die Hausherren auch gleich zu nutzen. Im nächsten Angriff verwandelte Samet Davulcu nach Vorarbeit von Federico zum 1:2-Anschlusstreffer (71.).

Erstes Tor gibt Zehnern Aufwind

Die Hohenlimburger agierten nun noch offensiver und ließen den Ball gut laufen, doch sie konnten ihre Torchancen nicht in Treffer verwandeln: „Das ist unser Problem, dass wir unsere Feldüberlegenheit nicht in Tore ummünzen können. Wir hatten mindestens drei hundertprozentige Chancen dabei“, verzweifelte Erzen ein ums andere Mal an der Seitenlinie: „Wenn man die macht, dann ist es vorbei, dann hat man das Spiel gedreht.“

Und auch mit den Platzgegebenheiten war der Zehner-Trainer nicht zufrieden: „Wir haben versucht, den Ball laufen zu lassen und es fußballerisch zu lösen, aber auf dem Feld war es auch schwer“, sah Erzen den Rasenplatz im Kirchenbergstadion nicht als optimal an. So blieb es am Ende bei der sechsten Saisonniederlage, trotzdem ist der Zehner-Trainer nicht unzufrieden mit seinem Team: „Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, außer, dass sie ihre Torchancen nicht wahrnimmt.“

Bericht: Linda Sonnenberg Foto: Michael Kleinrensing WP