HERZLICH WILLKOMMEN IN UNSEREM STADION

Der Bau des Kirchbergstadions von 1973 bis 1976 verschlang mehr als 16 Millionen D-Mark und sorgte über die Stadtgrenzen hinaus für großes Aufsehen.

„Unglaublich! Kreisklassenverein bekommt Stadion für 16 Millionen Mark“, titelte eine große deutsche Boulevardzeitung Mitte der 70er Jahre. Der Bau des Kirchenbergstadions sorgte weit über die Stadtgrenzen hinaus für großes Aufsehen.

Bilstein hatte das Gelände um die geschichtsträchtige Weinhofkampfbahn gekauft. Es musste eine neue Arena für die Zehner und die Eintracht her. Gegen viele Widerstände wurde vor dem Hintergrund der drohenden Eingemeindung 1973 mit dem Bau des Sportparks am Kirchenberg begonnen. die Eingemeindung kam zum 1. Januar 1975 und die Stadt Hagen musste die Kosten für die Fertigstellung aufbringen. Ein cleverer Schachzug der damaligen Stadt Hohenlimburg.

Probleme mit dem Naturrasen

Im Juni 1976 wurde das Stadion schließlich feierlich eröffnet. Hohenlimburg hat zwar nicht ganz die Arena bekommen, die geplant war, dennoch war eine Sportstätte geboren, in der sich viele Anekdoten abspielten, in der im Laufe der Geschichte zahlreiche Sport-Highlights stattfanden.

„Es war mit einem Fassungsvermögen von 15 000 Zuschauern geplant, aber es geht höchstens die Hälfte rein“, sagt der ehemalige Stadionsprecher Jürgen Kramer. Auch aus dem geplanten Kunstrasen – dem zweiten in der Region nach dem Reinecke-Stadion am Pragpaul in Altena. Daraus wurde nichts. Der Kirchenberg bekam einen Naturrasen. „Der wurde in einer Art Wanne verlegt und wollte nicht so recht anwachsen“, erinnert sich Kramer noch ganz genau an die Querelen, die dadurch entstanden. Erst aufwändige Sanierungsarbeiten – der Rasen wurde belüftet – konnten Abhilfe schaffen. Auch die Ausrichtung des Flutlichts war eine unendliche Geschichte. Die Autofahrer auf der nahen Autobahn wurden geblendet. Es wurde schließlich ein Blendschutzzaun errichtet, ehe der Spielbetrieb reibungslos lief.

Den ersten Sieg im Zehnerstadion feierte Borussia Dortmund. „Der BVB war zum Eröffnungsspiel mit seiner ersten Mannschaft angereist. Lippens, Geier, Nerlinger – alle waren sie dabei“, sagt Kramer. Hohenlimburg unterlag vor 3255 zahlenden Zuschauern mit 1:11. Den Ehrentreffer erzielte das erst kürzlich verstorbene Zehner-Urgestein Uli Rößler.

Polnisch gelernt

Als Anfang Februar 1979 die Einstellung des Fluchts endlich stimmte, jagte ein Sport-Highlight das nächste. Viele internationale Fußballspiele fanden statt. „Einfach nur, um den Hohenlimburgern in ihrem neuen Stadion etwas zu bieten“, sagt Kramer, der für die Stadionansage gegen Gornik Zabrze extra polnisch lernte und die Zuschauer damit völlig überraschte.

In der Folgezeit gaben Mannschaften wie Celtic Glasgow oder Sparta Prag ihre Visitenkarte an der Lenne ab. Aber es gab auch Freundschaftsspiele wie etwa Schalke gegen Leverkusen 1987. Die Königsblauen siegten 4:1 und stiegen in der Saison ab. Leverkusen dagegen holte den Europapokal. Zudem gab es Vorbereitungsspiele wie Schalke (mit Olaf Thon) gegen Japan. Zahlreiche Persönlichkeiten waren am Kirchenberg zu Gast: Erich Ribbeck, Die Uwe-Seeler- Traditionself u.a. mit Günther Netzer, Horst Köppel und Siggi Heldt, aber auch der BVB mit Michael Zorc und Michael Rummenigge.

Neben diesen Freundschaftsspielen wurde der Kirchenbergrasen aber auch für die Deutsche Boxer-Meisterschaft genutzt, oder bis vor drei Jahren für den Elseyer Herbstwaldlauf, der ab 1988 jährlich rund 600 Läufer anlockte. 1990 wurde der Faustball-Weltcup ausgetragen. Glücklicherweise wurde das Stadion, das in diesem Jahr das 40-jährige Bestehen feiert, nie von größeren Schäden heimgesucht.

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ZAHLREICHE HIGHLIGHTS

Den ersten Sieg in unserem Stadion feierte Bundesligist Borussia Dortmund mit einem knappen 11:1 gegen unsere Zehner. Aber auch in den Folgejahren gab es viele interessante Spiele auf dem heimischen Grün – nicht nur von unseren Zehnern. Celtic Glasgow, Gornik Zabrze oder Sparta Prag waren bei uns zu Gast. Bayer Leverkusen und der FC Schalke 04 trugen 1987 ein Freundschaftsspiel aus, welches die Königsblauen mit 4:1 für sich entscheiden konnten. Wie man sieht, hatten wir schon einige bekannte Clubs zu Gast auf unserem Grün.

STARS ZU GAST

 

Das letzte große Highlight war im Jahr 2010 – zu unserem 100-jährigen Jubiläum. Borussia Dortmund trug sein erstes Vorbereitungsspiel im Kirchenbergstadion gegen die Zehner aus. Trainer war damals noch Jürgen Klopp, Mario Götze und Marcel Schmelzer standen vor dem Beginn ihrer großen Karriere. Die Dortmunder gewannen mit 9:0 (5:0), die Führung erzielte Mario Götze. Ein absolutes Highlight in unserer jüngeren Vergangenheit. Es war ein schöner Tag, mit einem vollen Stadion.

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