Der SV Hohenlimburg 10 setzt wieder stärker auf den eigenen Nachwuchs. Ein besonderes Projekt zeigt, wie früh der Verein damit beginnt.
Die D3-Jugend des SV Hohenlimburg 1910 gilt als Paradebeispiel für die Nachwuchsphilosophie des Vereins.
Die D3-Jugend des SV Hohenlimburg 1910 gilt als Paradebeispiel für die Nachwuchsphilosophie des Vereins.© Marcel Wilkes | Marcel Wilkes

Der SV Hohenlimburg 10 steht mit seiner Herrenmannschaft aktuell auf dem vierten Tabellenplatz der Fußball-Landesliga und spielt damit eine starke Saison. Hinter den Kulissen beschäftigt sich der Verein allerdings längst mit der Zukunft. Die ambitionierte Seniorenabteilung möchte künftig wieder verstärkt auf Spieler aus dem eigenen Nachwuchs setzen.

Dabei beginnt die Arbeit nicht erst in der A- oder B-Jugend. Gerade die jüngeren Jahrgänge sollen früh an den Verein und das Mannschaftsleben herangeführt werden. Eine besondere Rolle spielt dabei die D-Jugend. Der Deutsche Fußball-Bund bezeichnet diesen Altersbereich als erstes „goldenes Lernalter“. Genau hier möchte Hohenlimburg vor allem auch im sozialen Bereich ansetzen.

Bei den Zehnern zählt nicht nur das Fußballerische

Bei den Zehnern trainiert Visar Ademi gemeinsam mit seinem Trainerkollegen Marcel Wilkes eine D-Jugend. Ademi verfolgt dabei einen Ansatz, der über das klassische Fußballtraining hinausgeht. Neben den Einheiten auf dem Platz sollen die Kinder vor allem lernen, als Mannschaft zusammenzuwachsen und Verantwortung füreinander zu übernehmen. Ein wichtiger Bestandteil dieses Konzepts sind gemeinsame Aktionen abseits des Fußballplatzes.

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„Wir möchten den Jungs zeigen, dass es etwas Besonderes ist, in einer Mannschaft zu spielen, und sie gleichzeitig als Team stärken“, erklärt Wilkes. Dahinter steckt auch ein langfristiger Gedanke. Je enger die Verbindung innerhalb einer Mannschaft und zum Verein sei, desto größer sei die Chance, dass die Spieler dem Klub langfristig erhalten bleiben.

Genau deshalb ist Ademi auch die Zusammenarbeit mit Wilkes so wichtig: „Ich habe jemanden gefunden, der genauso denkt wie ich und dem die Jungs ebenfalls sehr viel bedeuten. Ohne ihn würde das so nicht funktionieren.“

Nach schwierigem Start hat das Team in die Spur gefunden

Das erste Trainingscamp bot den Kindern entsprechend mehr als nur Einheiten mit dem Ball. Neben mehreren Trainingseinheiten standen unter anderem eine Schnitzeljagd und gemeinsame Mahlzeiten auf dem Programm. Zum Abschluss wartete ein besonderer Höhepunkt: Auf der Vereinsanlage wurde gemeinsam gezeltet.

Gerade dieser Teil kam bei den Kindern besonders gut an. „Für die Kids ist das als Team eine super Erfahrung und natürlich auch aufregend“, sagt Ademi. Für ihn sind solche Erlebnisse ein wichtiger Bestandteil der Nachwuchsarbeit, weil die Kinder dabei auch außerhalb des sportlichen Wettbewerbs gemeinsam Zeit verbringen.

Die Zelte stehen bereit: Bei ihrem Trainingscamp verbrachte die D3 des SV Hohenlimburg 10 auch die Nacht gemeinsam auf der Vereinsanlage.
Die Zelte stehen bereit: Bei ihrem Trainingscamp verbrachte die D3 des SV Hohenlimburg 10 auch die Nacht gemeinsam auf der Vereinsanlage.© Marcel Wilkes | Marcel Wilkes

Zur Wertschätzung gehört für den Trainer ebenfalls, dass die Mannschaft möglichst gut und zeitgemäß ausgestattet wird. „Da braucht man natürlich auch Glück, dass man gute Sponsoren findet. Wir haben dieses Glück.“

Ademi selbst arbeitet erst seit Sommer 2025 mit der Mannschaft. Der Start verlief sportlich allerdings nicht ohne Schwierigkeiten. „In der Hinrunde haben wir fast alles verloren. Wir mussten die Jungs erst einmal formen, und so etwas braucht Zeit“, berichtet der Trainer.

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Inzwischen stimmen auch die Ergebnisse. Besonders in der Rückrunde ging die Mannschaft fast durchgehend als Sieger vom Platz. Dennoch steht in diesem Alter für Ademi weiterhin klar die Entwicklung der Kinder im Vordergrund.

Die Geduld zahlte sich schließlich aus. Mit zunehmender Dauer fand die Mannschaft immer besser zusammen und konnte sich auch sportlich häufiger mit Erfolgserlebnissen belohnen. „Mit der nötigen Geduld hat es dann Klick gemacht und wir haben angefangen, Spiele zu gewinnen“, sagt Ademi.

Mit der nötigen Geduld hat es dann Klick gemacht und wir haben angefangen, Spiele zu gewinnen.

Visar Ademi, Jugendfußball-Trainer

Ademis Projekt soll im Verein ausgeweitet werden

Das Konzept der Trainingscamps möchte Ademi künftig weiter ausbauen. Seine Idee geht dabei über die eigene Mannschaft hinaus. „Gerne würde ich das zukünftig für alle D-Jugenden bei uns machen oder beispielsweise auch für die E- und F-Jugend“, erklärt er.

Gemeinsam wollen Wilkes und Ademi mit ihrem Projekt die Nachwuchsspieler der Zehner begeistern und den Verein zugleich als attraktive Anlaufstelle für neue Spieler präsentieren. „Ich denke, wir haben etwas geschaffen, was wir noch viel weiter ausbauen können. Da sind wir sehr gespannt, was noch kommt“, sagt Wilkes.

 

Bericht: Von Moritz Gaedt WP
Fotos: Marcel Wilkes SV10