Danilo Labarile verlässt Hohenlimburg 1910 nach zehn Jahren

Danilo Labarile verlässt Hohenlimburg 1910 nach zehn Jahren

Hagen. Ein loyaler Vorzeigeprofi, wie er im Buche steht – Danilo Labarile hat bei den „Zehnern“ schon einiges erlebt. Weshalb er nun aufhört.
Von Moritz Gaedt

Danilo Labarile wird seine Karriere bei der SV Hohenlimburg 1910 nach zehn erfolgreichen Jahren beenden.
Danilo Labarile wird seine Karriere bei der SV Hohenlimburg 1910 nach zehn erfolgreichen Jahren beenden.© Moritz Gaedt | Moritz Gaedt

Wenn Danilo Labarile über die Sportanlage des SV Hohenlimburg 10 läuft, kann er praktisch zu jeder Stelle eine Geschichte erzählen. In zehn Jahren hat der heute 35-Jährige die „Zehner“ über viele Jahre als Kapitän auf dem Platz angeführt – nun kommt diese Zeit zu einem Ende. „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Es war sehr schön, aber ich habe auch Bock auf das, was kommt.“ Er schwelgt in Nostalgie, wenn er über seine insgesamt zehn Spielzeiten bei den Zehnern nachdenkt. Nicht nur er kann über seine Karriere einiges erzählen.

Auf und neben dem Platz galt Labarile stets als engagierter, ehrgeiziger Leader und Kämpfer. Eine Art von Fußball, von der sein sportlicher Leiter Murat Kaya schwärmt: „Als Gegenspieler haben wir uns gehasst. Als Mitspieler haben wir uns dann geliebt. Er ist einfach ein Kämpfer, da sind wir auf dem Platz sehr gleich gewesen.“

 Ich habe mich hier dann doch immer zu wohl gefühlt – das sind meine Leute hier. Ich habe Hohenlimburg lieben gelernt.

Danilo Labarile

Sportlicher Leiter schwärmt von Labarile auf und neben dem Platz

Kaya ist inzwischen Funktionär, Labarile kickt immer noch. „Ehrlich gesagt, habe ich hier und da schon mal mit dem Gedanken gespielt, Hohenlimburg zu verlassen, um noch mal etwas Neues zu machen. Aber ich habe mich hier dann doch immer zu wohl gefühlt – das sind meine Leute hier. Ich habe Hohenlimburg lieben gelernt. Es ist ein super Verein und ein unfassbar cooles Umfeld. Aber nach so einer langen Zeit möchte ich jetzt noch einmal etwas Neues probieren“, erklärt Labarile.

Viele Freunde lernte er in Hohenlimburg kennen, darunter auch die Brüder Saffet und Samet Davulcu. „Danilo und ich waren die Ältesten im Team. Danilo hat immer Dampf gegeben, dass er mal im Training gechillt hat, kam praktisch nie vor. Deshalb hatten wir beide auch öfter mal Schmerzen. Er wusste genau, dass ich immer Schmerzmittel dabei hatte und hat auch öfter mal darauf zurückgegriffen“, erzählt Davulcu schmunzelnd.

Er war auf dem Platz wie ein Irrer. Es war sinnbildlich, dass er in der entscheidenden Saisonphase zudem auch noch viele wichtige Tore geschossen hat. Ich konnte mich immer auf ihn verlassen.

Nils Langwald, Ex-Trainer von Hohenlimburg

Mehr als nur ein paar Fußball-Kumpels – Labarile lernt in Hohenlimburg Freunde fürs Leben kennen

„Die Davulcus sind super – sportlich wie menschlich. Es sind sehr gute Freunde geworden. Die Zeit zusammen auf dem Platz war definitiv zu kurz“, sagt Labarile. Wenn er über seine Wegbegleiter nachdenkt, kann er eigentlich gar nicht mehr aufhören: „Ich will hier gar keine Aufzählung von Personen starten – das wären deutlich zu viele, und ich möchte niemanden vergessen. Aber ich habe hier so viele tolle Menschen und gute Freunde kennengelernt. Auch dafür danke ich Hohenlimburg.“

Danilo Labarile wird seine Karriere bei der SV Hohenlimburg 1910 nach zehn erfolgreichen Jahren beenden.
Danilo Labarile lehnt sich an das Tor der Hohenlimburger Anlage – hier hat er schon viele Buden versenkt.© Moritz Gaedt | Moritz Gaedt

Labarile war nicht nur als Teamplayer und energischer Antreiber bekannt. Mit ihm als Kapitän stieg Hohenlimburg zweimal auf. An den Westfalenliga-Aufstieg unter dem damaligen Coach Nils Langwald erinnert er sich besonders gut. „Das war eine wahnsinnig geile Zeit, mit einem spektakulären Aufstieg als Höhepunkt“, sagt Labarile. Auch sein alter Coach erinnert sich noch sehr gut an seinen laufstarken Spielmacher: „Er war auf dem Platz wie ein Irrer. Es war sinnbildlich, dass er in der entscheidenden Saisonphase zudem auch noch viele wichtige Tore geschossen hat. Ich konnte mich immer auf ihn verlassen. Er war immer da, hat immer geackert und das Team geführt.“

Humpelnd und keuchend gab Labarile nie auf

Mit Trainer Langwald spielten die Zehner das Entscheidungsspiel um den Aufstieg. Auch wenn es am Ende zum Erfolg wurde, entwickelte sich die Partie für Labarile kurzzeitig zum Albtraum. „Ich ging schon mit starken Schmerzen in das Spiel. Eigentlich hätte ich nicht spielen dürfen, aber so ein Spiel durfte und wollte ich nicht verpassen. Die Mannschaft brauchte mich“, erzählt er.

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Auch hier brachte Labarile seine Mannschaft in Führung, doch schon nach 30 Minuten kam es, wie es kommen musste: Die Beschwerden wurden zu groß, um weiterspielen zu können. Labarile musste die verbleibende Zeit im alles entscheidenden Spiel von draußen zuschauen. „Der Moment war sehr bitter, ich wollte, aber es ging nicht. Doch ich hatte Vertrauen in die Jungs und habe draußen alles gegeben, um sie anzufeuern“, weiß er noch heute. Seine Jungs überzeugten und feierten anschließend mit einem humpelnden, aber überaus glücklichen Labarile den Aufstieg.

Labarile geht als wahre Legende der „Zehner“

Diese Spielzeit ist einer von vielen Gründen, weshalb ihn die Zehner schmerzlich vermissen werden. „Danilo ist ein ganz besonderer Mensch und Spieler. Über ihn könnte ich stundenlang erzählen. Seine Loyalität rechne ich ihm enorm an. Er hat alles mitgemacht, ist trotz anderer Optionen immer hier geblieben, hat stets sein Wort gehalten und immer 100 Prozent gegeben. Danilo ist ein wahrer Leader“, lobt sein langjähriger Wegbegleiter Kaya.

„In 15 Jahren werden die Leute hier noch über ihn sprechen, da bin ich fest von überzeugt.“

Yalcin Erkaya, Trainer, Hohenlimburg 1910

Auch sein aktueller Coach Yalcin Erkaya reiht sich nahtlos in die Lobeshymnen ein: „So jemanden wie Danilo braucht jeder Verein. Er ist eine Legende hier. In 15 Jahren werden die Leute hier noch über ihn sprechen, davon bin ich fest überzeugt. Zehn Jahre, in denen er alles darangesetzt hat, immer Vollgas zu geben – das weiß ich aus genug Erzählungen schon vor meiner Zeit.“ Labarile wird Hohenlimburg also definitiv mit Legendenstatus verlassen, aufhören wird er aber noch nicht.

M. Kleinrensing WP Hagen Fußball Landesliga
Nach zehn Jahren ist Schluss: Danilo Labarile, hier im Derby gegen Hagen 11, verlässt die Zehner.© WP | Michael Kleinrensing

„Ich bin 35, aber ich bin immer noch heiß, habe Bock und bin topfit. Wohin es geht, das steht noch in den Sternen“, sagt er. Wichtig sind ihm vor allem etwas mehr Freizeit. Zweimal die Woche zu trainieren, reicht von nun an – wenn er das mit einem passenden Verein verknüpfen kann, wäre das für ihn umso besser. „Seit Neuestem spielen wir regelmäßig Padel. Die Freundin, die Familie und die Arbeit – ich brauche einen zusätzlichen fußballfreien Tag.“

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Für Labarile, den Vorzeigekicker, wird es im Sommer nach zehn Jahren so weit sein, dass er die Zehner verlässt und eine große Lücke hinterlässt. „Andere kommen nach. So war es und so wird es immer sein. Ich weiß, dass es meine Jungs zusammen mit dem Trainerteam und der Leitung super hinbekommen werden. Wenn ich mit meiner Art und Weise, den Fußball zu leben, andere aus meinem Team inspirieren konnte, sich da etwas abzuschauen, habe ich vieles richtig gemacht“, fasst Labarile abschließend zusammen.

2026-03-25T02:26:14+01:00
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