Die Saison ist unterbrochen, das Training untersagt. Die Fußballer des SV Hohenlimburg halten sich trotzdem fit – mit einer Challenge.
Sechs Niederlagen in den vergangenen sechs Spielen. Die Westfalenliga-Fußballer des SV Hohenlimburg warten weiter auf den nächsten Sieg. Nun hat der Lockdown das Warten noch einmal verlängert. Um sich auch während der Unterbrechung fit zu halten, haben sich die Hohenlimburger eine Challenge überlegt. Wir sprachen mit Trainer Michael Erzen über schwierige Phasen, seine Zeit als Spieler und warum man sich als Trainer auch mal zurücknehmen darf.

1. Michael Erzen, wie halten Sie Ihr Team während des Lockdowns fit?

Wir wissen nicht, wie lange uns der Lockdown schlussendlich dieses Mal begleiten wird, aber dennoch sollen sich die Jungs weiterhin fit halten. Dafür haben sich alle eine Lauf-App herunter geladen und eine Challenge bekommen. Sie sollen als Team pro Woche 700 Kilometer absolvieren. Bei 20 Mann im Kader sind das 20 bis 25 Kilometer, das sollte machbar sein.

2. Nehmen Sie auch an der Challenge teil?

Ja, gemeinsam mit meinem Co-Trainer Marc Schmitt. Wir haben allerdings noch nicht ganz so viele Kilometer abgeliefert. Es muss ja auch einen Vorteil haben, dass man der Trainer ist (lacht). Wir wollen auch nicht, dass jeder von den Jungs alle zwei Tage 50 Kilometer abspult, es soll ja auch noch Spaß machen.

3. Was kommt denn außer den Laufeinheiten auf die Spieler zu?

Wir werden uns einmal in der Woche per Videokonferenz treffen und gemeinsam Stabilisationsaufgaben machen. Ich finde es auch wichtig, dass man sich zwischendurch mal wieder sieht.

4. Zuletzt hatte es sechs Niederlagen in Folge gegeben. Ist die Unterbrechung gut, um sich noch mal neu zu sortieren?

Wir hätten durch den Feiertag am 1. November sowieso schon eine Pause gehabt. Ich denke, das hätte uns gereicht, um uns zu sammeln. Ich persönlich fand es als Spieler immer schrecklich, wenn man so lange raus war. Da kommt man komplett aus dem Tritt.

5. Gibt es verletzte Spieler, die nun die Chance haben, sich zu regenerieren?

Ja, das ist wahrscheinlich das einzig Positive an dieser ganzen Geschichte. Recep Nezir hat sich jetzt einem MRT unterzogen, weil er im Training immer wieder Schmerzen im Fuß hatte. Dabei stellte sich heraus, dass der Knochen angerissen ist. Er darf nun drei Wochen keinen Sport machen, wird danach dann aber hoffentlich wieder fit sein.

6. Und die Langzeitverletzten Andreas Büscher und Jan Kauermann? Die sind beide schon wieder im Training. Das ist sehr bitter, die mussten eh schon so lange warten. Nun verlängert es sich noch mal.

Mit Michael Erzen sprach Linda Sonnenberg WP