Jürgen Weiß, ein journalistisches Hohenlimburger Urgestein, ist im Alter von 76 Jahren verstorben.

Jürgen Weiß, ein journalistisches Hohenlimburger Urgestein, ist im Alter von 76 Jahren verstorben.

2020-07-14T00:27:03+02:00

Jürgen Weiß, ein journalistisches Hohenlimburger Urgestein, ist im Alter von 76 Jahren verstorben.

Ein journalistisches Hohenlimburger Urgestein ist tot. Am 6. Juli verstarb Jürgen Weiß (-jw-) im Alter von 76 Jahren. Am Montag, 13. Juli, wird er im engsten Familienkreis beigesetzt. Mehr als vier Jahrzehnte hat „jw“ das politische, gesellschaftliche und insbesondere das sportliche Geschehen unterm Schlossberg begleitet und somit abgebildet: kritisch, gradlinig und unbeugsam. Standesdünkel und Herrschaftsdenken waren ihm stets ein Gräuel. Dabei war „jw“ journalistisch eher ein Spätberufener. Denn nach der Schulzeit begann er seine Ausbildung wie viele Oeger Jungen zum Schlosser bei Hoesch in Hohenlimburg.

Handwerk von der Pike auf erlernt

Doch dann folgte er dem Ruf der neuen Hohenlimburger Zeitung (NHZ), bei der er von 1965 an das journalistische Handwerk von der Pike auf erlernte. Als die NHZ von der Westfalenpost übernommen wurde, blieb er zunächst seiner Heimatstadt Hohenlimburg treu, um dann im Jahr 1975 in die WP Redaktion Letmathe zu wechseln. 1982 folgte der Ruf in die Hauptsportredaktion der Westfalenpost in Hagen, denn der lokale, nationale und internationale Sport begeisterten ihn von Kindesbeinen an. Vier Jahre später erfolgte die Rückkehr in die Hohenlimburger Lokalredaktion.

Der begeisterte Fußballfan begleitete danach fast 30 Jahre den Heimatsport, besonders die Fußballer des SV Hohenlimburg 1910, für die er viele Jahre als Torhüter der zweiten und dritten Mannschaft und später der alten Herren aktiv war, sofern es die journalistische Arbeit zuließ. Diese übte der Vater von drei Kindern mit großer Akribie aus und archivierte dabei mit Sorgfalt jeden Zeitungstext, der über den SV 10 in den heimischen Medien erschien. Aber auch wichtige Ereignisse der Handballer, Wasserballer und Tischtennisspieler blieben in dem von „jw“ geführten Archiv der Nachwelt erhalten.

Ein leidenschaftlicher Sammler

Doch es war nicht nur die Archivierung sportlicher Texte, die Jürgen Weiß faszinierte. Jede Karikatur des national und international anerkannten WP-Karikaturisten Jürgen Tomicek schnitt er fein säuberlich aus, klebte sie auf und dokumentierte dadurch dessen Lebenswerk. Aber auch das Sammeln von Anstecknadeln der Fußballvereine, von Biergläsern und Kartenspielen, speziell der Iserlohner Brauerei, standen im Mittelpunkt seiner Freizeitaktivitäten. Auch nach seinem Ausscheiden aus dem kreativen Berufsleben verfolgte und begleitete „jw“ das Geschehen um den SV 10 und den Heimat- und Verkehrsverein Wiblingwerde mit Interesse.

Zuletzt gezeichnet von einer schweren Erkrankung war es ihm jedoch immer weniger möglich, daran teilzuhaben. In der vergangenen Woche haben Hohenlimburg, Wiblingwerde und der heimische Sport somit für immer einen bedeutsamen Freund und Förderer und die WP-Familie einen stets loyalen Kollegen verloren.

Bericht:Volker Bremshey  Foto: Thomas Nitsche / WP

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