Es galt als feste Regel beim SV Hohenlimburg 1910: Während der letzten Partie sollte kein Blick auf den Tabellenzweiten Germania Salchendorf geworfen werden. „Wir wussten genau um die Situation. Jede Eventualität wäre dahin gewesen, wenn wir unsere Hausaufgaben nicht machen würden“, sagte Zehner-Trainer Yalcin Erkaya vor der Partie. Denn am letzten Spieltag der Fußball-Landesliga spielte Hohenlimburg noch um den Relegationsplatz zum Aufstieg.
Sieg reicht nicht für den Relegationsplatz
Die Zehner nahmen ihre Aufgabe ernst und erledigten ihre Hausaufgaben mit einem Sieg gegen Borussia Dröschede. Doch der späte Erfolg von Salchendorf machte alle Hoffnungen zunichte.
Rein spielerisch war die Partie schnell erzählt. Joshua Perea Torres sorgte mit einem Doppelpack für die verdiente und lange komfortable 2:0-Führung, ehe Dröschede als insgesamt schwächeres Team noch einmal verkürzte.
Pereira trifft doppelt gegen Dröschede
„Ich bin gerade schon echt enttäuscht. Es macht mich wütend, wenn ich daran denke, dass uns ein oder zwei Spiele fehlen, die wir hätten gewinnen müssen, wo ich genau weiß, dass wir da hätten punkten können“, beschrieb Erkaya seine Gefühlslage nach der nun endgültig beendeten Saison. Durch den 2:1-Sieg gegen Dröschede beendet Hohenlimburg die Spielzeit auf dem dritten Tabellenplatz.
Dass es überhaupt noch einmal so spannend werden würde, war lange nicht abzusehen. Mit einer beeindruckenden Serie von sieben Siegen in Folge und gleichzeitig schwächelnder Konkurrenz machten die Zehner einen zwischenzeitlich deutlichen Rückstand wett.
Erkaya richtet den Blick nach vorne
„Die Enttäuschung habe ich natürlich nicht wegen der Jungs – im Gegenteil. Genau für sie ärgert es mich so sehr. Sie haben sich in den letzten Wochen so bockstark hereingehängt, aber belohnen konnten sie sich nicht“, sagte Erkaya. Es ist eine Mischung aus Enttäuschung und Stolz, mit der der Trainer auf die Saison zurückblickt.
Lange nachdenken wird er über die abgelaufene Spielzeit allerdings nicht: „Ich bin gedanklich schon nächste Woche bei der nächsten Saison. Ich gebe alles, weil ich von diesem Team überzeugt bin. Dann wollen wir ganz, ganz oben mitspielen.“
Mit „ganz, ganz oben“ meint Erkaya die Meisterschaft in der Landesliga – und den damit verbundenen Aufstieg in die Westfalenliga.
Bericht: Moritz Gaedt WP Fotos: Michael Kleinrensing WP