Kevin Ropiak verlässt die SpVg. Hagen 11 und wechselt zum Derbygegner SV Hohenlimburg 10. Er spricht über seine Gründe und eine gute Zeit.

So interessant Meisterschaftsspiele gegen Auf- und Abstiegskandidaten sein können: Derbys haben noch einmal einen ganz eigenen Charakter. Die Mannschaften kennen sich, die Anreise ist kurz, eine gewisse Brisanz spielt mit hinein.

Die Partien zwischen den beiden Fußball-Westfalenligisten SpVg. Hagen 11 und SV Hohenlimburg 10 gingen zum Teil hoch her. Doch so brisant es auf dem Feld zuging, so entspannt stehen sich die Fußballer abseits des Feldes gegenüber. So wechselt mit Jan-Niklas Jacoby ein ehemaliger Elfer vom SV Hohenlimburg zurück nach Emst. Aber auch ein Akteur der Spielvereinigung wechselt die Seiten: Abwehrspieler Kevin Ropiak schließt sich den Zehnern an. Nach drei Jahren auf Emst zieht es den 25-Jährigen zum zehn Kilometer entfernten Erich-Berlet-Stadion.

Mehr Spielzeit

Denn der Verteidiger möchte wieder mehr auf dem Feld stehen: „Ich war am Ende mit meinen Spielzeiten nicht mehr zufrieden. Sportlich sind wir da nicht mehr auf einen Nenner gekommen“, erklärt er. Doch böses Blut? Gibt es nicht. „Ich hatte eine richtig geile Zeit auf Emst“, betont Ropiak und ergänzt: „Mit Mark Selent, Gaetano Manno, Niklas Wilke und den anderen war es schon eine sehr geile Mannschaft und trotz des Abstiegs war die Stimmung wirklich immer sehr gut.“

Und auch, wenn er am Ende nicht mehr auf die gewünschten Spielzeiten kam, hegt Ropiak keinen Groll: „Ich gehe absolut nicht im Bösen. Im Gegenteil: Auch wenn es sportlich für mich nicht mehr passte, hat der Trainer dennoch gute Arbeit geleistet. Der Teamspirit war auf jeden Fall da – und das trotz der Niederlagen.“

Neu unter Beweis stellen

Nun sei es für den Familienvater aber an der Zeit, sich neu unter Beweis zu stellen. An Angeboten fehlte es dem in Dortmund lebenden Fußballer nicht: „Zwei, drei Vereine haben schon angefragt, die Möglichkeiten waren da.“

Überzeugt habe ihn am Ende aber die große Beharrlichkeit, mit der die Hohenlimburger, allen voran Co-Trainer Murat Kaya, um ihn geworben habe.

Werden die Duelle gegen seine ehemaligen Mannschaft dann etwa komisch für den Defensivspezialisten? „Auf dem Platz ist auf dem Platz. Ich kann das gut trennen. Auch nach den manchmal hitzigen Derbys hat man sich gleich die Hand gegeben.“

Mehr Verantwortung

Über seine Rolle bei den Zehnern ist sich der gelernte Bürokaufmann, der nebenher noch Wirtschaftspsychologie studiert, im Klaren: „Ich möchte da mehr Verantwortung übernehmen und auch das Zepter in der Verteidigung in die Hand nehmen.“

Auch wenn Ropiak, der in der Jugend für Eintracht Dortmund und die TSG Sprockhövel auflief, weiß, dass er sich nun erst einmal beweisen muss: „Ich werde da natürlich auch wieder aus meiner Komfortzone herauskommen müssen. Aber genau darauf freue ich mich auch. Zumal Hohenlimburg wirklich eine tolle Truppe hat.“ Mit Yalcin Erkaya, Sven Höltke und Antonio Porrello hat der 25-Jährige selbst noch zusammengespielt, man kennt sich. „Ich habe ihnen wirklich die Daumen gedrückt, dass sie die Klasse noch halten.“

Nun wird es aber ein Neuanfang in der Landesliga werden. Die Zusage gab Ropiak schon bevor der Abstieg endgültig besiegelt war. „Es ist mir nicht mehr so wichtig, in welcher Liga ich im Endeffekt spiele. Wichtiger ist mir, mit wem ich zusammenspiele.“ Und Hagen 11 wird der Dortmunder sowieso immer in guter Erinnerung behalten: „Ich habe dort meine Lebensgefährtin und Mutter meines Kindes kennengelernt.“

Bericht: Linda Sonnenberg

Foto: Michael Kleinrensing