Fußball-Westfalenligist SV Hohenlimburg 10 unterliegt dem DSC Wanne-Eickel mit 0:6. Besonders ein Spieler sticht bei den Gästen hervor.

Als Schiedsrichter Benjamin Löding die Partie abpfiff, zeigte die Uhr im Hohenlimburger Erich-Berlet-Stadion erst die 81. Spielminute an. Nach einer Trinkpause war vergessen worden, sie weiterlaufen zu lassen, der Unparteiische pfiff also zurecht ab. Aber wahrscheinlich hätte sich auch keine der beiden Mannschaften beschwert, wenn die Partie nach 80 Minuten vorbei gewesen wäre. Mit 0:6 (0:2) gingen die Hausherren des SV Hohenlimburg 10 im Westfalenliga-Duell dem DSC Wanne-Eickel unter.

Zweitbester Torschütze der Liga

Dabei starteten die Zehner gut in die Partie gegen den Tabellendritten und verteidigten solide. Doch die Ballgewinne in aussichtsreichen Positionen wurden durch schlechte Konter zunichte gemacht. Aber auch der Favorit aus dem Ruhrgebiet, der mit Xhino Kadiu den zweitbesten Torschützen der Liga in seinen Reihen hat, tat sich schwer. Allerdings auch nur bis kurz vor dem Halbzeitpfiff: Innerhalb von einer Minute brachte Kadiu den DSC mit 2:0 in Führung (44./45.).

„Sie haben irgendwann gemerkt, dass es spielerisch schwer ist und haben ihre Taktik geändert“, sah Zehner-Coach Marco Polo das Unglück kommen: „Sie wussten, was sie tun, haben die langen Diagonalbälle nach außen gespielt. Der zweite Ball rutscht dann durch und schon liegen wir zurück.“

Die Köpfe gehen nach unten

Nach der Pause bäumten sich die Gastgeber, die nun mitten im Abstiegskampf stecken, noch einmal auf. Doch Bile Anobian setzte sich gegen die Innenverteidigung der Hohenlimburger durch, scheiterte zwar im Strafraum an Zehner-Keeper Alexander Klur, konnte aber noch auf Kadiu ablegen, der locker zum 3:0 (64.) einschob. Es war der Moment, als die Köpfe der Hohenlimburger langsam nach unten gingen und die Beine bei den sommerlichen Temperaturen immer schwerer wurden.

Besonders allein gelassen durfte sich allerdings Hohenlimburgs Klur fühlen: Nachdem DSC-Mittelfeldmann Bile Anobian das dritte Tor noch vorbereitet hatte, traf er wenig später selbst zum 4:0 (66.). Nachdem Klur vier Bälle aus kurzer Distanz noch parieren konnte, musste er sich beim fünften Nachschuss durch Anobian dann doch geschlagen geben. Beim fünften Tor war es erneut Kadiu, der nach Vorarbeit von Nick Malvin Ruppert und Anobian auf 5:0 (80.) erhöhte. Marco Kampmann legte direkt im Anschluss (81.) auf 6:0 nach. „Hört nicht auf. Hört nicht auf, immer weiter“, schallte es von der DSC-Bank, doch es sollte der Schlusspunkt der Partie sein.

Pokal kommt denkbar ungelegen

Während Hohenlimburgs Stürmer Vincenzo Porrello nach dem Abpfiff fassungslos auf dem Feld zusammensackte, gingen seine Mannschaftskollegen mit versteinerten Mienen in Richtung Kabine. Und sie ließen einen ebenfalls um Worte ringenden Trainer zurück: „Bei 0:6 kann man eigentlich nichts mehr sagen“, befand Polo, analysierte dann aber doch: „Wanne-Eickel ist eine gut eingespielte, clevere Mannschaft, die unsere Fehler brutal ausgenutzt hat und jedes Mal gut zu Ende gespielt hat – das, was wir halt nicht gemacht haben. Jetzt müssen wir erstmal die Köpfe wieder aufrichten.“

Besonders ungelegen kommt nun das nächste Spiel für die Hohenlimburger. Während der gesamte Fokus eigentlich auf den Abstiegskampf gehen müsste, empfangen die Zehner am Donnerstagabend um 19.30 Uhr die TSG Sprockhövel zum Pokal-Halbfinale.

SV 10: Klur; Nezir, Höltke, Samet Davulcu, Vincenzo Porrello, Gottesbüren, Jacoby, Münch, Antonio Porrello, Federico, Labarile.

Bericht: Linda Sonnenberg WP

Foto: Alexa Kuszlik / FUNKE Foto Services