1. HERRENHERREN

SV Hohenlimburg 10: Das ist die Mannschaft des Jahrzehnts

Die Lokalsportredaktion blickt zurück auf die vergangene Dekade des Fußball-Westfalenligisten SV Hohenlimburg 10. Das sind die besten Spieler.

Hagens klassenhöchster Fußballclub SV Hohenlimburg 1910 blickt auf ein aufregendes Jahrzehnt mit zwei Westfalenliga-Aufstiegen, drei sportlichen Leitern und mehreren Chefcoaches zurück. Die WP-Lokalsportredaktion lässt die Dekade Revue passieren und kürt mithilfe von Klubvize Hans-Werner Hartung die Elf des Jahrzehnts.

Sportliche Entwicklung

Unter der Leitung von Michael Stahl und Trainer Roland Golombeck stiegen die Zehner nach der Saison 2011/2012 als Vizemeister in die Westfalenliga auf. Dort konnte sich das Team aber nur zwei Jahre halten, entging bereits 2013 nur knapp dem direkten Wiederabstieg. Danach folgten mehrere Jahre Landesliga, wobei die Hohenlimburger ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden konnten und trotz eines üppigen Etats mehrmals den Aufstieg verpassten.

Mehrere Trainer wurden verschlissen. Sezgin Aydin folgte nach wenigen Westfalenligaspielen auf Golombeck, der wiederum wurde 2013 von Roman Reichelt beerbt. Auf Reichelt folgte 2015 Marco Slupek, bis 2017 der jetzige Coach Michael Erzen an die Seitenlinie der Zehner wechselte.

Unter Erzen ging es bergauf, nach dem dritten Platz 2018 erlebte Hohenlimburg im vergangenen Jahr nach einem spektakulären Saison-Finish den zweiten Aufstieg in diesem Jahrzehnt. Allerdings gab es auch einen düsteren Moment: Der langjährige Vorsitzende des Vereins und Elektromarkt-Gründer Erich Berlet verstarb im Januar 2017. Er hat den SV Hohenlimburg 10 über Jahrzehnte tatkräftig und finanziell unterstützt.

Hans-Werner Hartung, aktuell zweiter Vorsitzender, ist seit 55 Jahren beim SV Hohenlimburg und war auch das vergangene Jahrzehnt die große Konstante, hat wenn möglich jedes Spiel der Zehner verfolgt. „Nach der Ära Erich Berlet ist der Verein etatmäßig auf die Hälfte geschrumpft, trotzdem stehen wir jetzt erfolgreich und gut da. Die momentane Mannschaft ist für mich in den zehn Jahren die beste Truppe, auch mit dem Trainer“, erklärt Hartung. Dies sei das erste Mal, dass eine Hohenlimburger Mannschaft nicht als „Fahrstuhlmannschaft“ auftritt, sondern sich „der Aufstieg im Nachhinein bewährt“. Aktuell steht das Team von Michael Erzen in der Westfalenliga auf Rang sechs.

Elf des Jahrzehnts

Tor: Nils Langwald, der mit Unterbrechung über einige Jahre bis 2017 den Kasten im Kirchenbergstadion sauber hielt, setzt sich hier gegen die aktuelle Nummer eins, Alexander Klur, durch. Anfang 2012 wechselte Langwald in die NRW-Liga zu Westfalia Rhynern und verpasste dadurch einige Monate später den ersten Aufstieg in die Westfalenliga. Zur Saison 2014/2015 kam er vom TuS Langenholthausen zurück an die Lenne und stand bis 2017 insgesamt noch 85 Mal zwischen den Pfosten. „Nils hat bei uns mehrere Jahre gute Leistungen abgeliefert“, sagt Hans-Werner Hartung über den „Schnapper“.

Abwehr: Marco Grüterich überzeugte zu Beginn des Jahrzehnts in der Innenverteidigung mit exzellentem Stellungsspiel und Zweikampfverhalten. Bis 2014 hielt er den Abwehrverbund der Zehner zusammen, hatte großen Anteil am Aufstieg 2012 und spielte danach noch zwei Jahre für den SV in der Westfalenliga. Von 2014 bis 2019 lief Abwehrchef Recep Nezir in Schwarz-Weiß auf, ehe er letzten Sommer nach dem Aufstieg emotional verabschiedet wurde.

Wie ein Fels an der Brandung hatte er großen Anteil daran, dass die Hohenlimburger im letzten Jahr die beste Abwehr der Landesliga gestellt haben. Drei Saisons spielte Patrick Höppe, Linksverteidiger und Lebensgefährte von Nationalspielerin Alexandra Popp, von 2013 bis 2015 im Kirchenbergstadion und avancierte während der Zeit wegen seines Einsatzes zum Publikumsliebling. Der mittlerweile in Niedersachsen wohnhafte Höppe stieg 2017 mit dem SSV Vorsfelde in die Oberliga auf.

Mittelfeld: Der jetzige Kapitän Danilo Labarile wechselte 2016 vom FC Brünninghausen an die Lenne. Er ist die Schaltzentrale im Mittelfeld und auf dem Platz ein echter Leader. Der quirlige Mittelfeldakteur Saffet Davulcu, von manchen auch liebevoll „Wadenbeißer“ genannt, hat bei den Zehnern momentan die längste Amtszeit inne. Seit 2014 macht er gegnerischen Spielern mit seinem unkonventionellen Zweikampfverhalten die Hölle heiß. Der Allstar Navil Abrini, mittlerweile bei Al Seddiq Hagen, verteilte als Dirigent zu Beginn des Jahrzehnts aus dem offensiven Mittelfeld heraus seine Mitspieler mit präzisen Zuspielen. Auf dem Platz war er die Ruhe in Person.

David Kerefidis ist wohl die größte Identifikationsfigur der Zehner in diesem Jahrzehnt. Der Mittelfeldakteur ließ sich das Wappen des SV Hohenlimburg auf den Unterarm tätowieren. „Das ist schon etwas Kurioses. David hat sich hier im Ort sehr identifiziert“, sagt Hans-Werner Hartung. Der mittlerweile 33-jährige Offensiv-Allrounder Dogan Okumak spielte von 2010 bis 2014 und dann nochmal ein halbes Jahr in 2015 für die Zehner. Er strahlte immer Torgefahr aus, netzte oft ein und galt als schnellster Spieler der damaligen Zeit.

Angriff: Von 2012 bis 2018 spielte Nik Kunkel für Hohenlimburg. Die Zeit war für die Offensivwaffe, der eher als Stoßstürmer auftrat, zunächst von Verletzungen überschattet, doch als er fit war, ließ er kontinuierlich sein riesiges Talent aufblitzen, das ihn mittlerweile zum RSV Meinerzhagen in die Oberliga getragen hat. In den letzten vier Saisons erzielte er in 80 Partien 43 Treffer. „Wenn Nik gespielt hat, war er für Landes- und Westfalenliga unterqualifiziert“, kommentiert Hans-Werner Hartung. Vincenzo Porrello ist ein Strafraumstürmer wie er im Buche steht.

2016 wechselte der ehemalige Wetteraner von der Ruhr an die Lenne und erzielte seitdem 65 Tore in 98 Begegnungen.

Trainer des Jahrzehnts

Diese Wahl fiel leicht: Trainer des Jahrzehnts der Zehner kann nur Michael Erzen sein. Der ehemalige Regionalliga-Spieler übernahm den Trainerposten nach den ersten Spielen der Saison 2017/2018 und beerbte damals Marco Slupek. Im ersten Jahr belegten die Zehner unter Erzen in der Landesliga Rang drei, in der vergangenen Saison gab es dann den ersehnten Westfalenliga-Aufstieg. Als Liga-Neuling hat sich die junge Mannschaft exzellent präsentiert und darf auf Platz sechs überwintern.

Bericht: Fabian Sommer