Neuzugang beim SV Hohenlimburg

 
 

 

Hohenlimburg.  Junior Mushaba im Interview. Vor sieben Monaten zog der gebürtige Kongolese aus Australien nach Deutschland und spielt jetzt beim SV Hohenlimburg

Junior Mushaba (22) ist der neue Offensiv-Allrounder beim Fußball-Landesligisten SV Hohenlimburg 1910. Die Zehner haben ihn während der Winterpause vom Holzwickeder SC verpflichtet. Beim 1:4 im Testspiel gegen die Elfer gab Mushaba sein Debüt, hatte zweimal ein Tor auf dem Schlappen. Seine Lebensgeschichte ist spannend, denn mit seinen 22 Jahren lebt er bereits in seinem vierten Land. Im Interview sprach er über seinen persönlichen Werdegang, seine Fußball-Anfänge und wie er hier die Sportart wahrnimmt.

Wo haben Sie bisher ihr Leben verbracht?
Junior Mushaba: Geboren bin ich in der Demokratischen Republik Kongo in Zentralafrika, mit sechs Jahren sind wir aus dem Kongo nach Uganda gezogen und haben da für vier Jahre gelebt. Als ich zehn Jahre alt war, sind wir als Flüchtlinge nach Australien ausgewandert. Dort haben wir in der Nähe von Sydney gelebt. Seit Juni lebe ich in Deutschland und wohne zurzeit in Bochum.

Warum haben Sie Kongo und dann Uganda verlassen?
Meine Eltern waren der Meinung, dass es in Uganda sicherer sei. In Australien haben wir uns dann ein besseres Leben und eine bessere Ausbildung erhofft.

Wann haben Sie angefangen, Fußball zu spielen?
Als ich nach Australien gezogen bin, also mit zehn. Ich hatte in Afrika niemals die Chance, zu spielen. Dort waren die Verhältnisse gar nicht gegeben. Wir hatten nicht einmal richtige Schuhe, um Fußball zu spielen. Da gab es auch gar keine Vereine, wo man hätte hingehen können. Wo ich gelebt habe, gibt es solch eine Vereinsstruktur nicht. In Australien habe ich dann richtig angefangen, zu spielen.

Also haben Sie dann in einem richtigen Fußballclub gespielt?
Ja, mein erster Club hieß Figtree Juniors Soccer Club. Mein damaliger Nachbar hat mich eines Tages spontan mit zum Training genommen und dann habe ich angefangen, zu spielen.

In welcher Liga haben Sie dort gespielt?
Ich habe in vielen Ligen gespielt, über die Zeit bin ich besser geworden und habe einige Sprünge gemacht. Bevor ich nach Deutschland gezogen bin, habe ich bei den Rydalmere Lions gespielt, die sind auch in Sydney beheimatet. Das war die National Premier Leagues, was in etwa der Zweiten Liga entspricht. Es gibt die A-League, das ist die erste Liga und danach kommt das System der National Premier Leagues. Was ist Ihre Position?
Eigentlich spiele ich auf der klassischen „Neun“, aber es darf auch mal links oder rechts außen sein. So gesehen bin ich ein Offensiv-Allrounder und nehme jede Position an.

Wie sind Sie zum SV Hohenlimburg gekommen?
Die Verantwortlichen sind auf mich zugekommen und gaben mir die Chance, bei einem Training mitzumachen. Das habe ich angenommen, habe dann in Hohenlimburg vorgespielt und so kam das ins Rollen.

Was sind die Unterschiede zwischen dem Fußball in Australien und jetzt in Deutschland?
Meiner Meinung nach gibt es gar keine großen Unterschiede. Allerdings finde ich, dass hier schneller gespielt wird und das ganze Geschehen taktischer geprägt ist. In Europa ist der Fußball grundsätzlich viel weiter als auf anderen Kontinenten, alleine schon wegen der Qualität der Spieler und der großen Unterstützung, die man hier bekommt. Fußball steht hier im Vordergrund. Dafür kann man aber sagen, dass sich der Fußball in Australien momentan rapide verbessert, das sieht man an der A-League und den Ligen darunter.

Dominiert Rugby in Australien?
Die letzten beiden Jahre war Rugby die Nummer eins in den australischen Medien und hat eigentlich noch an Interesse dazu gewonnen.

Bericht: Fabian Sommer WP