4.11.2018 Frauen II – RW Ostentrop/Schönholthausen

SV Hohenlimburg 1910 II – RW Ostentrop/Schönholthausen           0:1 (0:0)

Knappe Heimniederlage bringt Zehnerinnen auf den Boden der Tatsachen zurück

Nach zuletzt fünf ungeschlagenen Spielen wurden im Umfeld der zweiten Frauenmannschaft schon einige Stimmen laut, die das Wort „Aufstieg“ in den Mund nahmen. Am Sonntag sollten alle eines Besseren belehrt werden und die Zehnerinnen wurden von ihrem momentanen Höhenflug auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Man wusste, dass man sich von dem 1:8-Debakel der Gäste aus Ostentrop letzte Woche gegen Freudenberg nicht blenden lassen durfte, standen bis zur letzten Woche erst 11 Gegentore auf dem Konto. Die Zehnerinnen wollten hinten absichern, und nach vorne die Schnelligkeit über außen mit ins Spiel bringen.

Leider fand man in der ersten Halbzeit überhaupt kein Mittel gegen die sehr hochgewachsene Abwehrreihe der Gäste. Wurde vor dem Spiel noch davor gewarnt, hohe Bälle zu spielen, setzte man diese Vorgabe zu 0% um. Immer wieder Flugbälle auf unsere Spitze oder über die außen wurden gekonnt geklärt. Es gab kaum Offensivaktionen und in der 10. Minute beinahe den frühen Rückstand. Ein Freistoß von der Mittellinie flog Richtung Elfmeterpunkt. Die Ostentroper Stürmerin nahm den Ball perfekt mit dem rechten Fuß an, schloss aus der Drehung ab, verfehlte dabei das Tor jedoch um einige Meter. Durchatmen. In der Folge versuchten es die Gäste immer wieder über lange hohe Bälle und ihrer sehr schnellen Spitze, jedoch stand Laura Gabriel als Fels in der Brandung und gab den Gästen nicht viele Aktionen um durchzubrechen.

In der Halbzeitansprache wurden die vielen hohen Bälle und das nervöse Auftreten mit Ball am Fuß angemerkt. Es gab kaum zielstrebige Aktionen Richtung letztes Drittel.

Das setzten die Zehnerinnen in der zweiten Halbzeit besser um. Die Spielanteile wurde höher und man schaffte es, Ostentrop gut 25 Minuten lang in die eigene Hälfte zu drücken. Diese wussten sich, wie in Halbzeit 1 meist nur mit langen Bällen zu helfen. Die wenigen Chancen, die sich ergaben, blieben ungenutzt. Auch die guten Spielzüge blieben leider Mangelware.

In Minute 75 lag eine Gästespielerin am Hohenlimburger 16er auf dem Boden. Völlig perplex und in gewohnter sozialer Art hörten wir plötzlich auf Fußball zu spielen. Die Spielerin war bereits dabei sich aufzurichten und es war auch nicht notwendig, Fair-Play zu spielen. Ostentrop spielte weiter und setzte mit 2 Pässen ihre eben noch am Boden liegende Stürmerin in Szene. Im 1 gegen 1 gegen Torfrau Pia Holtmann schob sie den Ball mit der Fußspitze aus 16 Metern an ihr zum 0:1 vorbei. Der Rückstand im Tiefschlafmodus!

Die letzte Viertelstunde stellten die Zehnerinnen nun auf Dreierkette um und brachten mit Julia Sube eine weitere Offensivspielerin. Svenja Meier kam in der 80. Minute an den Ball und wurde im 16er davon getrennt. Hätte der Schiedsrichter Elfmeter gepfiffen, hätte sich niemand darüber beschweren können. Hätte, hätte, Fahrradkette! Die Riesenchance zum Ausgleich hatte die eingewechselte Julia Sube in der Nachspielzeit. Ein langer Ball von Laura fand Julia am Elfmeterpunkt, eine identische Aktion wie die der Gäste in der 10. Minute. Eine genauso starke Ballannahme und ein genauso schwacher Abschluss verhinderten den späten Ausgleich.

Am Ende steht man einer 0:1 Niederlage gegenüber. Angesichts beider Halbzeiten wäre ein Unentschieden leistungsgerecht gewesen. Ostentrop stand hinten sehr solide, wurde nach vorne aber meist nur mit hohen Bällen gefährlich. Hohenlimburg war in Halbzeit eins körperlich, läuferisch und taktisch unterlegen, in Halbzeit zwei jedoch die deutlich bessere Mannschaft.

Nun kann man jedoch den unnötig aufgebauten Druck von den Schultern der Mädels nehmen. Das Wort „Aufstieg“ wird so schnell keiner mehr in den Mund nehmen. Lieber sollte man das im Laufe der Saison korrigierte Ziel, unter den ersten sechs zu landen, anvisieren. Wir werden weiter an uns arbeiten und haben an der Reaktion der Gäste, die sich gefreut haben, als hätten sie die Champions-League gewonnen, gesehen, dass ein Sieg gegen uns sicherlich keine Selbstverständlichkeit ist!

Mund abwischen und weiter machen, die Saison ist lang und in dieser Liga kann jeder jeden schlagen!

Es spielten: Pia Holtmann, Giulia Pleschke,Jorina Sonnenschein, Svenja Meier, Lisa Burschik, Anna-Lena Faßmann, Elena Zannetin, Isabell Münter, Svenja Lindner, Laura Gabriel,  Lara Pilzecker, Eva Sebastian, Julia Sube, Linda Goldschmidt

Bericht: Devin Kunze