4.11.2018 SV Hohenlimburg I – FSV Gerlingen

 

Unter den regelmäßigen Besuchern des Sportplatzes Bieberg in Gerlingen dürfte es am Sonntag keine zwei Meinungen gegeben haben.

„Hohenlimburg war die beste Truppe, die in dieser Saison hier oben war,“ fasste Dirk Hennecke, Trainer des gastgebenden FSV Gerlingen, genau das zusammen, was die Mehrzahl der Beobachter bei kaltem Herbstwind und beim 1:1 (1:0) gegen die „Zehner“ auch so gesehen haben wird.

Vor allem in der zweiten Halbzeit spielten in diesem intensiven Spitzenspiel praktisch nur noch die Gäste. „Da sind wir kaum hinten raus gekommen,“ musste Dirk Hennecke anerkennen.

Damit war zu Anfang nicht zu rechnen. Denn bereits nach einer Viertelstunde lag der FSV Gerlingen vorn. Und das durch ein sehenswertes Tor. Steffen Schuchert hatte auf der rechten Außenbahn Philipp Bredebach geschickt. Der zog eine präzise Flanke auf den kurzen Pfosten, Lukas Rademacher verlängerte die halbhohe Hereingabe technisch anspruchsvoll mit der Innenseite zur FSV-Führung ins Netz.

Chancen zum Halbzeit-3:0

Die erste Halbzeit sollte, obwohl die Zehner optisch überlegen waren, den Gerlingern gehören, und am Ende trauerten sie den Toren nach, die sie vor dem Seitenwechsel nicht gemacht hatten.

Es war Gästetorwart Alexander Klur, der gegen Lukas Rademacher (36. Minute) und Matthias Beckmann (41.) mit phantastischen Paraden einen Drei-Tore-Rückstand seiner Elf verhinderte. „Da hätten wir uns nicht beschweren dürfen,“ gab Gästetrainer Michael Erzen nachher zu.

Trotz alledem: Am Ende mussten die Gerlinger mit dem Punkt zufrieden sein. Denn sie kamen schlecht, ganz schlecht in die zweite Halbzeit, bekamen kaum noch Zugriff auf den Gegner, der mit seinen quirligen Offensivleuten für mächtig Alarm in der FSV-Abwehr sorgte, während hinten die langen Hohenlimburger Innenverteidiger Thomas Ludwig und Marco Eckhoff alles wegräumten, erst recht, wenn die Gerlinger mit hohen Bällen ihr Heil suchten.

Dirk Hennecke traf den Nagel auf den Kopf, als er kritisierte: „Wir haben um den Gegentreffer gebettelt. Er ist dann ja auch gefallen.“

Schlussminuten in Überzahl

Genau in der 61. Minute passierte es. Über mehrere Stationen am Strafraum und vier vergeblichen Klärungversuchen der Gerlinger machte Vincezo Porrello dem Treiben ein Ende und drosch denn Ball via Lattenunterkante zum Ausgleich ins Netz, völlig unhaltbar für FSV-Torwart Christoph Sauermann. Ohne Vorwarnung fiel dieses 1:1 keinesfalls, denn zuvor hatten Vicenzo Porrello und Antonio Porrello zwei Mal die Möglichkeit, auszugleichen, und in der 70.Minute verhinderte Christoph Sauermann gegen Saffet Davulcu das 1:2, dennoch hätte der FSV kurz davor selbst eine Führung bejubeln können, als Matthias Beckmann einen Freistoß, statt ihn hereinzugeben, direkt aufs Hohenlimburger Tor nagelte.

Gegen Spielende eroberte sich der FSV Gerlingen wieder mehr Spielanteile, auch begünstigt durch Gelb-Rote Karte gegen den Hohenlimburger Marcel Weiß wegen Foulspiels plus Meckerns (85.). Dennoch: „Aufgrund der zweiten Halbzeit kann ich wohl im Nachhinein sagen, das der Punkt für unsere Mannschaft zu wenig ist,“ sagte SV 10-Trainer Michael Erzen.

Bericht: Lothar Linke WP