11.3.2018 SV Hohenlimburg I – RW Erlinghausen

Fast 90 Minuten spielten die Zehner im Kirchenbergstadion nur auf das Gehäuse des RW Erlinghausen. Und trotzdem unterlagen die Zehner.

Da fehlen einem die Worte. Das ging nicht nur Michael Erzen, Trainer des Fußball-Landesligist SV Hohenlimburg 1910, so. Fast 90 Minuten spielten die Zehner im Kirchenbergstadion nur auf das Gehäuse des RW Erlinghausen. Dennoch hieß es nach dem Abpfiff 2:1 (1:1) für die Gäste.

 

„Den einzigen Vorwurf, den ich meiner Mannschaft machen kann ist, dass wir unsere gefühlten 25 Chancen nicht genutzt haben“, so ein fassungsloser Michael Erzen nach dem Abpfiff. Viermal standen die Platzherren frei vor dem Tor, sechsmal verfehlten sie den Kasten aus nur wenigen Metern. Es war zum Haare raufen.

 

„Wir haben super ins Spiel gefunden, sind auch hochverdient in Führung gegangen“, sagt Michael Erzen weiter. Auf die Spielweise der Gäste aus Marsberg – hinten tief stehen und mit langen Bällen operieren – stellte sich der SV 1910 recht gut ein. „Wir können nicht jeden langen Ball verhindern. Aber die zwei Gegentore waren natürlich schon sehr ärgerlich“, so Erzen.

 

Keine glückliche Figur machte auch der Bochumer Schiedsrichter Armin Hurek. Er hätte viel eher durchgreifen müssen, verteilte viel zu spät Strafen in Form des gelben Kartons. Dem Spielverlauf entspricht es auch nicht, dass die Zehner dreimal und die Gäste nur einmal Gelb sahen. Aber Tore kann ein Schiedsrichter auch nicht schießen.

Verdiente Führung

Die Gastgeber nahmen nach dem Anpfiff das Heft sofort in die Hand. Beim frühen 1:0 nach acht Minuten half Erlinghausen Christoph Luckey kräftig nach. Toni Porrello leitete über links einen Schnellangriff ein, wechselte die Seite zu Bruder Vincenzo. Der klatschte die Kugel am zweiten Pfosten zurück in die Mitte und Luckey versenkte beim Abwehrversuch die Kugel im rechten oberen Eck. Trotz des Eigentores war die Führung mehr als verdient. Die Zehner spielten weiterhin überlegen, standen bei den langen Bällen der Marsberger goldrichtig. Jedoch versäumten sie es, die Führung auszubauen.

Das hätte in Person von Sinan Hajra gelingen könnten. Saffet Davulcu lupfte die Kugel über die Abwehrreihe, Hajra stand auf einmal frei vor RW-Keeper Daniel Cortina. Aber der Torwart, der über das ganze Spiel nicht einen Ball hielt, sondern denselbigen nur wegfaustete, blieb erster Sieger.

Rache folgt sogleich

Die Rache folgte in Minute 25 – ein langer Ball erreichte Pascal Raulf am Torraum der Hohenlimburger. Es gab mehrere Möglichkeiten, die Situation zu klären, aber wie aus dem Nichts tingelte die Kugel ins Netz – 1:1. Kurz vor der Pause versuchten es Gökhan Nezir und Toni Porrello noch mit Distanzschüssen, blieben aber erfolglos.

Nach der Pause schienen die Gäste mit dem Unentschieden mehr als zufrieden zu sein. Sie zogen sich immer weiter zurück, machten den Zehnern die Räume eng. Dennoch hatte alleine Vincenzo Porrello drei Großchancen, jedoch klebte ihm an diesem Tag das Pech an den Füßen. In Minute 50 scheiterte er nach einem Konter, in Minute 76 zirkelte er den Ball nach einer Eins-gegen-Eins-Situation gegen Cortina am Kasten vorbei und nach 82 Minuten traf er nach einem Freistoß von Saffet Davulcu die Querlatte.

Erlinghausen gelangen nur noch Entlastungsangriffe. Hierbei versuchten sie den Ball so lange wie möglich am Fuß zu halten, um Zeit zu schinden. In Minute 87 machte es Bilal Akgüvercin besonders clever. Er zog mit einer Einzelaktion in den Strafraum, wollte das Foul und bekam es auch. Recep Nezir ging etwas ungestüm zu Werke, Schiedsrichter Hurek deutete sofort auf den Punkt. Ümral Bahceci ließ beim Strafstoß SV-Torwart Alexander Klur keine Chance – 2:1.

In der Nachspielzeit bekam der SV 1910 noch einen Freistoß an der Strafraumgrenze zugesprochen. Christian Antwi-Adjej trat an. Torwart Cortina hielt – mit der Faust!

Statistik

SV 1910: Klur, Kauermann (83. R. Nezir), Forin, G. Nezir (62. Antwi-Adjej), Hajra (68. Weiß), Saffet Davulcu, A. Porrello, V. Porrello, Ludwig, Labarile, Samet Davulcu.

Schiedsrichter: Armin Hurek (Bochum), Assistenten: Jörn Hesse, Stephan Poppe.

Tore: 1:0 Christoph Luckey (8., Eigentor), 1:1 Pascal Raulf (25.), 1:2 Ümral Bahceci (87., Foulelfmeter). Zuschauer: 60.

Bericht: WP