Hagens Sportler des Jahres Pascale Kampczyk

Die Sauerland Mustangs, Jonas Grof und Pascale Kampczyk sind Hagens Sportler des Jahres, beim Neujahrsempfang wurden sie ausgezeichnet.

Hagens neues Team des Jahres war fast in Mannschaftsstärke erschienen. Und da im Football doch weit mehr als nur eine Elf antritt, prägten etwa 30 Sauerland Mustangs in ihren blau-weißen Trikots das Bild beim 21. Neujahrsempfang des Hagener Sports in der rappelvollen Karl-Adam-Halle. Nach ihrem Aufstieg in die Verbandsliga waren die Mustangs zur Mannschaft des Jahres gewählt worden. Die Einzelsportler 2017 erschienen dagegen in Zivil, die Hohenlimburger Fußballerin Pascale Kampczyk und Phoenix-Basketballer Jonas Grof hatten die meisten der insgesamt 4400 Stimmen bei der Publikumswahl auf sich vereint.

 

Spielmacher Grof, mit Gotha in die Bundesliga aufgestiegen und im Herbst als erster Hagener seit zwei Jahrzehnten zur deutschen Nationalmannschaft eingeladen, beschloss gemeinsam mit Torjägerin Kampczyk und den Mustangs die Ehrungen, die auch mit einem Basketball-Team begonnen hatten. Die Ü35-Senioren des SV Haspe 70 wurden von der Stadt für die Vizemeisterschaft bei den deutschen Meisterschaften ausgezeichnet. Ansonsten dominierten die Disziplinen, „die nicht so im Fokus stehen“, wie es Oberbürgermeister Erik O. Schulz in seinem Grußwort betonte. In diesen Sportarten, so Schulz, hatte Hagen – neben den Ruhr Games mit 1900 Sportlern aus acht Nationen – 2017 mit den Kanu-Europameisterschaften der Junioren, der WM im Kickboxen und den German Open im Federfußball international beachtete Großveranstaltungen beherbergt. Gerade die erfolgreichen Federfußballer von FFC und Flying Feet Haspe wurden in größerer Zahl auch bei den Ehrungen auf die Bühne gebeten. Schulz: „Wir sind in den Sportarten ganz weit vorn, die nicht auf den ersten Seiten des Sportteils stehen.“

Zu Beginn des Jahres, in dem die 2016 beschlossenen Sportstätten-Nutzungsgebühren nun tatsächlich erhoben werden, kam OB Schulz um dieses im Herbst erneut kontrovers diskutierte Thema natürlich nicht herum. „Die Politik und der Oberbürgermeister hatten keinen Spaß daran, sondern es zähneknirschend für die Gesamtverantwortung der Stadt getan“, betonte Schulz, versprach aber mit Blick auf entsprechende Befürchtungen: „Das ist nicht der Einstieg in eine anschließende Gebührenspirale. Ich gehe fest davon aus, dass dies der Beitrag für die nächsten Jahre ist.“ Gleichzeitig verwies er darauf, dass im städtischen Haushalt 2,8 Millionen Euro jährlich in den Sport gehen würden und betonte mit Blick auf die Kunstrasen-Projekte in Dahl und Helfe: „Auch bei den Investitionsvorhaben steht der Sport oben auf der Agenda der Stadt.“ Und gerade die vielen Ehrenamtlichen im Sport seien „ein ganz wesentlicher Bestandteil der Hagener Gesamtgesellschaft“.

Umbruch bei Altersstruktur

Das Ehrenamt – bei zwei Auszeichnungen gewürdigt – stand auch im Fokus beim Stadtsportbund-Vorsitzenden Reinhard Flormann, der mit Blick auf die Altersstruktur dort von einem Umbruch sprach und auf die zurückgehende Zahl an freiwillig Aktiven verwies. „Ohne Ehrenamt kann der organisierte Sport einpacken“, mahnte Flormann, „mit allen Konsequenzen für die Gesellschaft.“ Das SSB-Ehrenamtsprogramm mit seinen Abgeboten soll „Signal zum Aufbruch im Umbruch“ sein. Den Besuch der neuen der neuen NRW-Staatssekretärin Andrea Milz beim Neujahrsempfang werteten Flormann und Schulz deshalb auch als Zeichen eines gehobenen Stellenwerts des Sports bei der Landesregierung. „Einen Plan für das Ehrenamt in ganz Nordrhein-Westfalen, wie ihn bisher nur Baden-Württemberg geschafft hat“, hat die CDU-Politikerin, die auch ausgebildete Trainerin für Fitness und Rehabilitationssport ist, im Blick und versprach: „Ich komme aus der Turnhalle und nicht von der Vip-Tribüne – und da will ich mich auch künftig bevorzugt befinden.“

Insgesamt knapp 400 Gäste hatte der von Michael Lohre moderierte und von der Band „Kabellos“ musikalisch begleitete Neujahrsempfang in Vorhalle angezogen, bei dem die Aufführungen der Taekwondoka von Fichte Hagen und der Tanzsportformationen des TSC Blau-Gelb viel Beifall erhielten. Wo aber auch die Differenzen zwischen SSB und Stadt, die den Empfang seit 2012 gemeinsam ausrichten, deutlich wurden. Dass der 2010 geschlossene Kooperationsvertrag gekündigt werden soll, darüber bestand Einigkeit. Dass im zu Jahresbeginn verschickten Auflösungsvertrag diese Kündigung aber rückwirkend Gültigkeit haben sollte, bezeichnete SSB-Chef Flormann als „verspäteten Silvesterknaller der Stadtverwaltung“. Er mahnte eine Beteiligung des Sports bei ISEK, dem geplanten integrierten Stadtentwicklungskonzept, mit Blick auf eine zeitgemäße Sportstätten-Entwicklungsplanung an. Und konkrete Eckpunkte für einen neuen Kooperationsvertrag: „Wir brauchen eine auch für den Sport annehmbare Lösung, die ist bis heute nicht gefunden.“

Ehrungen auf einen Blick

Sportlerin des Jahres

Pascale Kampczyk (SV Hohenlimburg 1910, Fußball)

Sportler des Jahres

Jonas Grof (Phoenix Hagen, Basketball)

Mannschaft des Jahres

Sauerland Mustangs (American Football)

Sonderpreis der Sparkasse

Annegret Hamann (Fechten, Hasper Fecht Club), Karl Labott (Sportabzeichen-Leiter, TSV Hagen 1860)

Sportehrenpreis

Elfriede Lobert (Schützenverein Emst-Bissingheim-Oberstadt 1921)Jochen Letzing (Hagener Bürgerschützen)

Ehrungen der Stadt

Turnen: Friedrich Breer (Turnverein „Westfalia“ Garenfeld, 1. Platz im Gerätturnen bei den Deutschen Senioren-Meisterschaften in der AK 70-74 Jahre)
Faustball: Ole Schachtsiek (TSV Hagen 1860, U21-Europameister in Calw, 18 Einsätze in der U21-Nationalmannschaft)
Federfußball, FFC Hagen: David Zentarra (3. Platz in der Mannschaft bei den Deutschen Meisterschaften), Christopher Zentarra (5. in der Mannschaft bei der Weltmeisterschaft in Hongkong, 2. im Doppel bei den Deutschen Meisterschaften, 3. im Einzel und Mannschaft bei den Deutschen Meisterschaften, sechs Einsätze in der Nationalmannschaft), Stefan Blank (2. Platz im Doppel bei den Deutschen Meisterschaften, 3. Platz in der Mannschaft bei den Deutschen Meisterschaften), Maximilian Duchene, Florian Krick, Olaf Völzmann (alle 3. Platz in der Mannschaft bei den Deutschen Meisterschaften), Karsten-Thilo Raab (1. Platz im Doppel, 2. Platz im Einzel bei den Deutschen Meisterschaften AK Ü35, 3. Platz in der Mannschaft bei den Deutschen Meisterschaften), Sarah Rüsseler (2. Platz im Einzel bei den Deutschen Meisterschaften).
Federfußball, Flying Feet Haspe: Torben Nass (5. Platz im Einzel bei der Weltmeisterschaft in Hongkong, 1. Platz in der Mannschaft bei den Deutschen Meisterschaften), Marcel Scheffel (1. Platz in der Mannschaft bei den Deutschen Meisterschaften), Philip Kühne (3. Platz im Doppel bei der Weltmeisterschaft in Hongkong, 1. Platz in der Mannschaft bei den Deutschen Meisterschaften), Franziska Oberlies (3. Platz im Einzel bei den Deutschen Meisterschaften Damen)
Judo: Dèsirèe Haarmann (Judo Klub Hagen, Deutsche Meisterin Ju Jutsu, Westdeutsche Meisterin AK U21 Judo, Westdeutsche Meisterin FrauenJudo), Andrea Haarmann (Judo Klub Hagen, 5. Platz im Judo Ü30 bei der Weltmeisterschaft in Olbia)
Schwimmen: Gabriele Brkowski (SV Hagen 94, 3. Platz über 400 m Lagen, 3. Platz über 200 m Schmetterling bei Masters-Weltmeisterschaft in Budapest).
Brasilianisches Jiu Jitsu: Thomas Holtmann (TSV Hagen 1860, 2. Platz in Gewichtsklasse bis 88,3 kg Kategorie Schwarzgurte Masterklasse 4)
Basketball: Ü35-Mannschaft SV haspe 70 (Deutscher Vizemeister). Beteiligt waren Oliver Appel, Markus Burges, Marcel Herpel, Marcus Höhn, Ifeanyi Igwe, Peter Kerpal, Ingo Kinzel, Bernd Kruel, Patrick Langer, Robin Lemke, Markus Lück, Luigi Manduzio, Arno Rissmann, Jörg Schmidt, Martin Wasielewski und Michael Wasielewski.

Bericht: WP