Frauenfußball: SV Hohenlimburg voll im Soll

Frauenfußball-Landesligist SV Hohenlimburg 1910 hat eine tolle erste Halbserie gespielt. Das sagt auch Trainer Christian Sauer im Interview.

Frauenfußball-Landesligist SV Hohenlimburg 1910 schließt das Jahr 2017 mit dem zweiten Tabellenplatz ab. Fünf Punkte stehen die Zehnerinnen hinter dem Spitzenreiter Eintracht Dorstfeld, haben aber zwei Spiele weniger absolviert. Jetzt können Rechenkünstler ja feststellen, wo die Frauen stehen würden, wenn sie die Nachholspiele gewinnen. Diese Zeitung sprach mit Trainer Christian Sauer – unter anderem auch über das Thema, ob er das böse Wort mit „W“ (Westfalenliga) überhaupt in den Mund nimmt.

 

Herr Sauer, wie fällt Ihr Fazit nach dem ersten Halbjahr aus?

Christian Sauer: Überragend! Wir haben uns bei den Zielen ja nicht an Tabellenplätze orientiert. Wir wollten primär zwei Dinge verbessern. Zum einen wollten wir die Gegentore reduzieren, zum anderen bis zur 90. Minute voll konzentriert spielen. Vergangene Saison haben wir 19 Gegentore jeweils in den letzten fünf Spielminuten bekommen. Das haben wir vermieden, lediglich gegen Finnentrop haben wir einen Treffer in der Schlussphase kassiert. Wir haben mit Pia Holtmann eine klasse Torfrau, unser System verändert, auf einigen Positionen umgestellt. Das ist bisher super gelaufen.

Wird sich zur Winterpause am Kader etwas verändern?

Nein, bewusst nicht. Unser Kader ist nicht sehr groß, aber sehr gut. In der zweiten Mannschaft sind aber fünf bis sechs Spielerinnen, die problemlos in der Landesliga spielen können. Da können wir im Notfall drauf zurückgreifen, allerdings ohne die Prioritäten der Reserve zu gefährden. Diese Mannschaft hat ein Ziel, und ich bin mir sicher, dass sie das auch erreichen wird.

Wie lautet die Marschroute für die Rückrunde?

Wir stehen oben, wollen dort so lange wie möglich mitmischen, weiterhin gute Leistungen zeigen, und dann werden wir sehen, was dabei herauskommt. Das meine ich allerdings nicht so, dass wir jetzt Kandidat Nummer eins für den Aufstieg in die Westfalenliga sind. Wir haben nichts zu verlieren. Schließlich kommen wir vom achten Platz aus der Vorsaison, das muss man bedenken.

Wann ist der Trainingsauftakt festgesetzt?

Eine richtige Pause werden wir wohl nicht haben. Wir haben Ende des Jahres noch ein Hallenturnier ins Arnsberg und danach die Hallenkreismeisterschaften. Da wir ja noch die Nachholspiele vor der Brust haben, kann es sein, dass wir Ende Januar oder Anfang Februar schon wieder im Einsatz sind.

Ein Wort zu Pascale Kampczyk. Sie ist für die Wahl zur Hagener Sportlerin des Jahres nominiert worden. Wie haben Sie das aufgenommen?

Wir haben uns sehr gefreut. Sie hat auch in dieser Saison schon 16 Tore in 13 Spielen geschossen, sie ist auf dieser Position einfach die Beste. Es ist natürlich immer wieder festzustellen, dass für diese Wahl Stürmer nominiert werden, weil sie an Toren gemessen werden. Passis Stärken sind enorm, aber sie ist auf ihre Mitspielerinnen angewiesen. Das weiß sie aber auch, weil sie sich immer in den Dienst der gesamten Mannschaft stellt. Sie steht wie keine Zweite für das Team, sie hat es verdient. Wir sehen diese Nominierung als Auszeichnung für die gesamte Mannschaft.

4:0-Sieg beim FC Iserlohn

Knapp fünf Wochen waren die Landesliga-Fußballerinnen des SV Hohenlimburg 1910 ohne Spielpraxis, siegten am Wochenende souverän beim FC Iserlohn mit 4:0 (3:0). Überragend agierte die dreifache Torschützin Pascale Kampczyk (10./35./53.), Treffer Nummer vier steuerte Cennet Ipek bei (43.). „Wir haben nach der langen Pause natürlich eine Weile gebraucht, um zu unserem Spiel zu finden“, so SV 1910-Coach Christian Sauer. Die ersten zwei Treffer resultierten aus Fehlern der Gastgeberinnen – Nummer eins aus einem Lupfer über die eigene Kette, Treffer Nummer zwei aus einem verunglückten Rückpass. Cennet Ipek erzielte ihr Tor per Kopf, die Flanke von halbrechts kam von Rabea Körfer. In Halbzeit zwei parierte Torfrau Pia Holtmann noch einen Strafstoß des FC Iserlohn. „Die Mannschaft ist selbst dann gut, wenn sie nicht gut ist“, so Christian Sauer.

SV 1910: Holtmann, Schaefers, Wiechel, Kunze, Körfer, Wilken, Hengstenberg (33. Celik), Walter (88. Rafflenbeul), Kampczyk, Coskan, Ipek (78. Sube).

Bericht: Lutz Risse WP