Kampczyk: „Einmal Löwin, immer Löwin“

 

Kampczyk: „Einmal Löwin, immer Löwin“

Sie ist zur Zeit nicht zu stoppen. Mit acht Treffern an fünf Spieltagen hat sich Pascale Kampczyk an die Spitze der Torjägerliste der Fußball-Landesliga gesetzt. Dabei stellt die Torjägerin ihre eigenen Ambitionen immer hinter den Erfolg der Mannschaft.
Schon mit sechs Jahren schnürte Kampczyk erstmals die Fußballschuhe. Zusammen mit ihrem Zwillingsbruder und unter der Leitung von Mutter Manuela stieg sie bei den Minikickern der Spielvereinigung Hagen 11 ein. Bis zur B-Jugend blieb sie den Hagenern treu, bevor sie 2010 zu den Zehnermädchen ins Kirchenbergstadion wechselte. Eine Entscheidung, die sie nie bereute, wie sie versichert: „Viele Mädchen vom SV kannte ich schon aus der Kreisauswahl und war mit ihnen befreundet. Zusätzlich leistete und leistet die Mädchen- und Frauenabteilung tolle Arbeit, so dass wir viele Spielerinnen mit Potenzial haben, diese auch halten können und somit die Erfolge einfahren“, weiß Kampczyk und ergänzt: „Deshalb bin ich auch immer bei diesem Verein geblieben, auch wenn im Laufe der Jahre verschiedene Anfragen kamen.“ Als ihren größten Erfolg will sie daher auch keinen besonderen Titel nennen: „Natürlich waren die Aufstiege toll. Aber das wirklich besondere ist der Jubel um ein Tor oder einen Sieg mit genau dieser Mannschaft.“

Umfeld ist wichtiger als Erfolge

Bei der Frage, was genau sie an dem Hohenlimburger Traditionsverein reizt, gerät die Kindergärtnerin schon fast ins Schwärmen: „Es fängt bei dem Platz an und endet bei den Menschen, die man dort trifft. Es herrscht eine sehr enge und familiäre Beziehung. Das macht meine Person aus, dass ist mir wichtiger, als Erfolg ohne Spaß.“ Und das Motto des Vereins lebt sie auch: „Viele Spielerinnen sind auch nach Jahren noch da. Oder kehren zurück: Einmal Löwin, immer Löwin.“

Zur Zeit stehen die Hohenlimburgerinnen mit vier Siegen und nur einer Niederlage auf dem zweiten Tabellenplatz. Ein gelungener Start für das Team um Trainer Christian Sauer. Ein wirkliches Saisonziel hatten die Zehner-Damen vor der Spielzeit aber nicht abgegeben, wie Kampczyk weiß: „Wir würden nicht besser dastehen, wenn wir uns vorher eine bestimmte Platzierung vorgenommen hätten. Wir wollen einfach jede Saison besser werden und an uns arbeiten.“

Dass der momentane Erfolg sich aber dennoch auf die Motivation auswirkt, lässt sich nicht bestreiten: „Man ist motivierter und zielstrebiger, wenn man realisiert, was man für eine gute Leistung abgerufen hat.“ Trotzdem möchte sie noch nicht zu euphorisch sein: „Das Geheimnis ist, dass man die Kirche im Dorf lassen muss. Jedes Spiel ist eine Wundertüte und ich werde auch in jedem kommenden Spiel alles geben für das Team.“

Handicap von Geburt an

Von schlimmeren Verletzungen wurde das junge Talent bisher verschont: „Toi, toi, toi. Diese Saison hatte ich mit einer Zerrung im Oberschenkel zu kämpfen. Aber nach ein paar Wochen pausieren ging alles wieder.“ Dafür hat sie mit einem Handicap zu kämpfen, das man ihr bei ihrer derzeitigen bestechenden Form gar nicht ansehen mag: Seit ihrer Geburt hat sie mit einer verkürzten Achillessehne und einer Deformation des Fußes, einem sogenannter Klumpfuß, zu kämpfen. Zusätzlich ist durch viele Operationen die Wade verkürzt. „Das steht mir manchmal beim Abschluss sehr im Wege, aber naja, man lernt, damit umzugehen“, so die Hohenlimburgerin, die trotz der Einschränkungen unangefochten an der Torjägerspitze steht.

Auch abseits des Kirchenbergstadions spielt der Fußball eine besondere Rolle für Kampczyk, besonders wenn es um ihren Lieblingsverein Borussia Dortmund geht: „Da macht sich Gänsehaut breit, wenn „You’ll never walk alone kommt.“